Kleine-Hartlage, Kewil, die Tea-Party & Co.

Hartlage-Kewil-Sarrazin-RipperKonservative Werte sind heutzutage scheinbar kein Auslaufmodel mehr. Gerade innerhalb der Islamkritik tun sich die Ultrakonservativen hervor und versuchen diese zu dominieren. Grund genug um dies einmal zu hinterfragen. Denn Konservativismus hat nicht unbedingt etwas mit Islamkritik zu tun. Überhaupt ist die Kritik am Islam ja keine, irgendwie links oder rechts einzuordnende, politische Spezialdisziplin. Vielmehr stellt sie eine Meinungsäußerung dar, die sowohl von Linken als auch Rechten getätigt werden kann – sofern sie sich trauen! Aber irgendwie meinen die Erzkonservativen die Islamkritik für sich gepachtet zu haben, so daß es mitunter gar nicht so willkommen ist, wenn Leute, die nicht dem konservativen Spektrum zugeordnet werden können, sich an der Diskussion beteiligen und eigene Ansichten einzubringen versuchen.

Von diesen Konservativen wird die Islamkritik auch mit Themen verknüpft, die zwar sehr konservativ sind, aber absolut nichts mit Islam zu tun haben. Dies sind hauptsächlich Thesen der demokratischen Rechten, die dem allgemeinen Mainstream entgegenstehen. Ein bedingungsloses Ja zur Atomkraft, obskure Kritik am Sozialsystem, eine mitunter berechtigte Europafeindlichkeit und das völlige ignorieren wirtschaftlicher Verhältnisse ähnlich der FDP, sind nur einige Anzeichen der Biedermeiers rechts von der Union. Wobei diese Themen größtenteils von Leuten vertreten werden, die offenbar bildungsfernen Schichten angehören. Zumindest läßt die Engstirnigkeit und Verbohrtheit dieser Leute darauf schließen.

Sowohl in bei der Sezession, als auch in Blogs wie Politically Incorrect, werden Themen, rund um den Islam und das gesellschaftliche Zusammenleben, auf eine Weise betrachtet, die der amerikanischen Tea-Party sehr nahe kommen. Wenn man der allgemeinen Aussage glaubt, daß alles aus den USA 10 Jahre später nach Europa kommt, dann ist die rechte, konservative Szene rund um die Islamkritik dort, wo sich die Tea-Party 2003 befand. Eine weitere Entwicklung in diese Richtung ist sehr bedenklich. Bei der Sezession sind, im Gegensatz zu PI, eher intellektuelle Kreise am Werk, was die Sache nicht unbedingt besser werden lässt, zumal sich die Sezession in intellektuellen Grabenkämpfen verstrickt, die nicht zielführend sind. Man versucht inzwischen krampfhaft irgendeinen Grund zu finden, warum ausgerechnet konservative Werte die Islamisierung in Deutschland aufhalten könnten. Derartige Debattierklubs bringen uns nicht weiter, weil sie versuchen ein Thema in eine Schema F zu pressen, das zu viele Facetten hat, als daß man es mit dem konservativen Vorschlaghammer erschlagen könnte.  

In gewisser Weise sind die konservativen Geister sogar schädlich für eine Lösung in der Islamfrage. Es bedarf eines gesamtgesellschaftlichen Konsens, um das Problem für die Zukunft zu lösen. Dieser wird aber nicht dadurch erreicht, daß der Konservativismus in Deutschland eine klare Mehrheit bekäme, um dann entsprechende Gesetze zu erlassen. Soweit wird es nie kommen, auch wenn es das Wunschdenken, in den Köpfen vieler biederer Rechtsausleger, wäre. Sie wollen zu viel und werden deshalb nichts dergleichen erreichen. Zudem verschweigen diese Leute nur all zu gern, daß während der letzten 30 Jahre, eine 23 jährige, liberal-konservative Herrschaft, für die meisten Probleme unserer Zeit verantwortlich ist. Als Übeltäter müssen immer irgendwelche ominösen Linken herhalten – wobei wahllos Antifa, Linkspartei, SPD, Gewerkschaften und Bürger, die sich mit sozialen Werten identifizieren, in eine Schublade gesteckt werden. Über Merkel, die Mutter der konservativen Szene, spricht man nur ungern. Und auch Wulff ist ein erzkonservativer Genosse, der gerne diplomatisch gegen Links hetzte, bis er zum Islam „konvertierte“.

Offensichtlich haben diese Konservativen nichts mit den Konservativen der politischen Szene, rund um die christliche Parteien, zu tun. Zumindest wollen Sie das scheinbar nicht. Aber wie könnte denn eine konservative Lösung des Problems aussehen? – Nun, vermutlich spekulieren sie auf den Wahlerfolg einer kleinen, rechten, demokratischen Partei, die dann eine Koalition mit den etablierten, christlichen und liberalen Parteien eingeht, diesen somit die Mehrheit sichert und als Zünglein an der Waage alles zum Guten wendet. Dieses Szenario ist aber in nächster Zukunft mehr als unrealistisch. Zumindest kann man es für die nächsten 20 Jahre auf Bundesebene ausschließen.

Die rechten Konservativen sind deshalb eine Gefahr für Deutschland, weil sie aus konservativen Egoismus heraus nicht bereit sind, mit Islamkritikern anderer Richtungen zusammenzuarbeiten. Manche sind sogar so arrogant, daß sie die Existenz eines islamkritischen Spektrums, außerhalb der erzkonservativen Szene, verleugnen, oder diese gar als linke Infiltranten beschimpfen.

Um es sachlicher zu machen: Die konservative, demokratische Rechte ist eine Teilmenge der Islamkritik. – Und nicht umgekehrt. Wie groß diese Teilmenge ist steht in den Sternen! Neueste Umfragen sehen den Teil der Deutschen, die dem Islam kritisch gegenüber stehen, irgendwo zwischen 2/3 und ¾. Diese Leute sind zum einen die schweigende Mehrheit und zum anderen nicht alle konservativ. So gesehen stellen sie die Mehrheit, die, abgeschreckt durch das zu grelle Auftreten der konservativen Rechten, sich lieber bedeckt halten, ja sogar distanzieren.

Für die Islamkritik im Allgemeinen könnte es sogar von Vorteil sein, sich von den Rechten zu distanzieren. Gerade im sozialdemokratischen Lager könnte dies sehr erfolgversprechend sein. Im Gegensatz zum konservativen Lager besitzt die Sozialdemokratie solide, islamkritische Führungspersönlichkeiten, auch wenn diese älteren Semesters sind. Hingegen lassen die christlichen Volksparteien ausschließlich politisch korrekten Stumpfsinn vom Stapel und haben außer Merkel personell nichts zu bieten. Sicherlich wird eine Volkspartei nicht von sich aus einen islamkritischen Kurs einschlagen, aber im Moment ist der Erfolgsdruck bei den Sozialdemokraten größer und somit sind diese eher geneigt sich der großen, islamophoben Wählerschaft zuzuwenden, nachdem sie von Merkels Truppe links überholt worden sind. Ein richtungspolitischer Rollentausch ist durchaus absehbar, zumal Steinbrück momentan angeblich im Umfragetief steckt. Auch er weiß, daß das Ausspielen der antiislamischen Karte einen enormen Stimmenzuwachs bedeutet. Damit dürfte im Laufe dieses Jahres auch noch zu rechnen sein. Vermutlich wird es sich nach Ostern anbahnen und kurz vor der politischen Sommerpause eskalieren.

Tatsache bleibt jedoch, daß die ultrakonservative Rechte genauso ein Stolperstein geworden ist, wie die braune Rotte. In diesen Kreisen gibt es überproportional viele Ostdeutsche, die komplett andere Ziele verfolgen, als die westdeutschen Bürger, welche den Islam direkt vor der Haustüre haben. Offensichtlich staute sich bei diesen Leuten ein Frust aus der DDR-Zeit an, den sie jetzt am rechten Rand zu kompensieren suchen. Anders ist dieses Engagement nicht zu erklären, daß Leute aus Eisenhüttenstadt sich derart der dem Kampf gegen den Islam verschreiben. Sie hätten auch gleich zur NPD überlaufen können. Alleine daß sie es nicht getan haben zeugt noch von einem Funken Würde. Aber auf Dauer wird mit dem Poltern kein Blumentopf zu gewinnen sein.

Islamkritiker sind heute die Vorreiter für den Zorn des Volkes, der losbrechen wird, sobald es in Deutschland zu gravierenden Veränderungen durch den Islam kommt. Allerdings wäre eine Kanalisierung in die falsche Richtung eine Katastrophe! Deshalb sollte sich die Islamkritik rechtzeitig frei von jeglicher politischer Richtung machen, bevor es zu einer Katastrophe kommt. Es muß jedem Bürger die Möglichkeit gegeben werden, sich gegen den Islam zu stellen, ohne daß er mit dieser neuen „Rechten Szene“ in Verbindung gebracht wird. Ein freier Protest von freien Bürgern ist jeder parteipolitischen Lenkung vorzuziehen!

4 Antworten

  1. Hübsch geschrieben, doch würde ich einer SPD nie lange vertrauen, gerade wegen deren Koalitionspartner… Ich gaulbe auch nicht, dass die SPD jemals die Islamkarte in unserem Sinne ziehen wird, dazu sind schon zu viele Türken und andere Moslems in der Spitze vertreten.
    Um wirklich etwas zu verändern braucht es eine TMP-Partei, die nach getaner Arbeit wieder von der Bildfläche verschwinded. Ich wollte nur mal eine Antithese zu diesem Spuk hier im Artikel loswerden. Ob diese TMP-Partei so verüben würde wie die PVV oder in ihrem Modell wie sie es von der CDU glauben ist erstmal dahin gestellt.
    Fakt ist ich vertraue keiner SPD und werde auch als Arbeiter dies niemals tun… Die linken die Stinken hat mein Opa schon immer gesagt und der war auch Arbeiter! Interessant fand ich aber auch wie viele Leute in SA-Uniform nach dem ende des WW2 aus ihren Schubladen das ‚Parteibuch‘ wiederentdeckt hatten und dann zur SPD marschiert sind. Also warum tun sie das nicht wieder so wie damals und bringen die 10% die mich bei ihrer Politik interessiert mit und lassen den 90% anderen Blödsinn in ihrer Schublade liegen.

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    • Gute Frage. Schreib doch einen Artikel darüber!
      Es gibt in diesem Blog mehrere Artikel die darauf abzielen, daß Islamkritiker, die nicht rechts und konservativ sind, endlich anerkannt werden.

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      • Werde ich machen. Vielleicht wird aber bis dahin doch der eine oder andere hoffentlich von einem Drachen gefressen oder begibt sich freiwillig auf die Reise ohne wiederkehjr nach Muselmanien….

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  2. Auf PI steht heute der Vorschlag eines Aktivitätstages gegen Europas Islamisierung, da war doch der 13.Sept. 1683, welcher in Österreich und speziell ion WIen als der Tag der Vertreibung gefeiert wird:
    In Bezug auf die Befreiung vom Islam wird bereits in Österreich in Gedenken des 13. September, dieser Tag sowohl von Gläubigen als auch von Ungläubigen als Beginn der endgültigen Vertreibung mit vereinten Kräften, individuell begangen. Niemand hat mehr in Europa unter dem Islam gelitten als Alt-Österreich und von hier aus wurde auch dieser Schlag der europäischen Armeen zur Vertreibung dieser Mordbrenner gesetzt und erfolgreich bis zu deren jetzigen Neuversuch einer Eroberung unter hochverräterischer Beihilfe, welchem nunmehr entschieden zu begegnen ist.
    Wenn jetzt diese Überschwemmung Europas in Ländern welche wenig Erfahrung mit diesem Moloch besitzen bereits bedenkliche Zustände angenommen hat, wie in England, Frankreich, Deutschland, etc, so hängt das damit zusammen, dass dort die österr. Erfahrung damit, denen fehlt.
    Es gilt die bereits begonnene Vereinigung Beroffener und Gegener zu verstärken und zu festigen, grenzüberschreitend zu agieren und den Widerstand verstärkt an die Öffentlichkeit zu tragen, um alle lethargisch Träumenden davon zu erfassen und das wahre Gesicht des Islam zu vermitteln. Unsere Aufzeichnungen dieser Dekadenz sollen allen Menschen zugänglich werden und jeder soll sich der Gefährdung bewusst sein, so er noch keine Kenntnis dazu hat. Verräter sind öffentlich anzuprangern um sie selbst davon in Kenntnis ihres Fehlverhaltens zu bringen, wenn sie unfähig sind das selbst zu erkennen.
    Also, es gibt diese Bewegung des 13.Sept. bereits und es werden alle Betroffenen dazu eingeladen, individuell sich in Gemeinsamkeit
    anzuschließen. In Wien treffensich Gläubige bei der Kapelle am Kahlenberg/Leopoldsberg und privat gibt es die Feiern imFreien am Grillfeuer bei Schweinebraten und Heurigem, rund um Wien.
    Getrennt marschieren und gemeinsam schlagen!
    In Mali ist es fast schon zuspät!

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