Verpolte Polarisierung

Yin YangLinks – Rechts, Islam – Christentum, Hetero – Homo, Kommunisten – Kapitalisten, Yin -Yang, Hass – Liebe, Konservative – Progressive, Bayern – Schalke, Protestanten – Katholiken, Männlein – Weiblein, Gut – Böse, Himmel – Hölle, Tom und Jerry… – Wir hatten hier schon ein paar Artikel, in denen wir das Thema mit der Polarisierung ansprachen. Darin ging es aber nur um das Problem zwischen Rechten und Linken, die beide nicht raffen, daß sie nur gegeneinander ausgespielt werden, damit sich die Mitte ein ruhiges Leben macht. Außerdem raffen es diese Leute nicht, daß sie, bei einigen ihrer Ansichten, voll auf dem Holzweg sind.

Jeder sucht nach einem Feindbild und dabei wählen viele einen Gegner, der konträr zum eigenen Ich zu sein scheint. Dabei sind sich diese Leute oft selbst nicht ganz einig, wofür sie überhaupt stehen. Oft bleiben sie bei ihrem Standpunkt, obwohl sie eigentlich einer anderen Meinung sind, aber sie haben sich nun mal entschieden.

Der Mensch ist nun mal kein rational denkendes Wesen. Er macht sich seine Erklärungen selber, oder nimmt die einzig angebotene Erklärung als wahr an, sofern sich ihm keine Bessere bietet. Über Jahrhunderte wurde dies von den intelligenteren und gebildeteren Schichten ausgenutzt, um den Pöbel zu kontrollieren. Diese Form des Denkens hat die Macht des Stärkeren abgelöst. Vermutlich fing die Indoktrination schon nach der Entwicklung der Sprache an. Nun musste man dem anderen keinen Knüppel mehr übers Haupt ziehen, um ihn zu überzeugen, jetzt galt das Recht des Schlaueren. Das könnte der Auslöser, für den Aufstieg des Menschen, über alle anderen Spezies, gewesen sein. Und bis heute wird diese Methode immer weiter entwickelt.  

Wir suchen immer nach dem Gegenpol einer Sache und wir werden ihn finden, oder als solchen annehmen, sobald er sich uns bietet oder angeboten wird. Bei Polaritäten gibt es echte und unechte Polarisationen, wobei die Echten den Naturwissenschaften entstammen und die Unechten den Geisteswissenschaften. Das der geographische Nordpol das Gegenteil des Südpols ist wird wohl keiner bestreiten. Aber die Leute sind bereit die abstrusesten Gegensätze als gegeben anzunehmen, wenn man es ihnen nur lange genug vorkaut. So glauben manche, das Nazis das Gegenteil von Juden wären und gute Amerikaner halten oft den Kommunismus für das Gegenteil von MacDonalds. Teilweise glauben die Leute sogar, daß die SPD das Gegenteil der CDU ist, oder Steinbrück der Erlöser von Merkel.

Unechte Polaritäten ändern sich aber im Laufe der Zeit. So können Linke annehmen, daß nicht nur die Nazis böse sind, sondern auch die Juden. Die Boshaftigkeit wird in diesem Fall an der Länge des Stacheldrahtes gemessen. Wobei sie eigentlich auch auf die Idee kommen könnten, daß die Israelis Kommunisten seien, weil sie eine Mauer gebaut haben. Das tut aber bemerkenswerter Weise keiner. Viele haben Gauck für das Gegenteil von Wulff gehalten, waren dann aber bitterböse enttäuscht, als Ihr Weltbild zusammengebrochen ist. Es würde aber nichts helfen diesen Leuten heute zu erklären, das Steinbrück sich nicht konträr zu Merkel verhält, sondern beide in einem Boot sitzen, das allmählich vollläuft.

Eine Linie ist eine Gerade die zwischen zwei Polen verläuft. Man kann auf ihr seinen Standpunkt festnageln, um von diesem Punkt aus seinen Abstand zu anderen Standpunkten bestimmen. Man definiert somit seine Ansichten im eindimensionalen Raum, kann aber die so entstandene Lehre, als Maß auch auf andere Themen übertragen, obwohl man hierfür seinen Standpunkt auch neu bestimmen könnte. Das ist aber dem Menschen zu kompliziert und so versucht er, die einmal festgelegt Positionierung seinen Standpunktes, auf alle möglichen Ansichten zu übernehmen. Das führt dann zu den abstrusesten Ansichten. Wenn zum Beispiel ein Liberaler Außenminister wird, ein Bayer Innenminister, ein Chinese Wirtschaftsminister, ein Konservativer Umweltminister- oder eine Ostdeutsche Kanzlerin. Sie alle positionieren sich nach ihrer Prägung, die man ihnen im Laufe ihres Lebens eingetrichtert hat. Ein Umdenken ist von solchen Leuten eher nicht zu erwarten. Sie sind unfähig, die vor Jahren erlernten Verhaltensmuster, zu verändern. Und vielen Ihrer Anhänger geht es da genauso. Es bedarf also immer einer neu geprägten Generation, um wirkliche Veränderungen herbeizuführen, die dann meist Jahre zu spät kommen und immer nur das widerspiegeln, was vor einer Generation versäumt wurde. Allerdings vollziehen sich die Veränderungen, in unserer modernen Welt, mit einer immer weiter zunehmenden Geschwindigkeit, so daß sich die eine Generation Reaktionszeit immer weiter verkürzt.

Es dauert im Schnitt immer 30 Jahre, von der Erkennung eines Fehlers, bis man daran geht ihn zu beheben, von da ab dauert es nochmals einige Jahre, bis die Veränderungen ihre Wirkung zeigen. Inzwischen werden aber 2 weitere Probleme erkannt, bei denen es wiederum Jahre dauert, bis diese angegangen werden können. Die gesamte Menschheit agiert nicht, sondern reagiert. Und das meistens zu spät, in der sich immer schneller drehenden Zeitspirale. Wir haben noch nicht einmal die Zeit zu reagieren, sondern schaffen uns, mit der verbohrten, gestrigen Denkweise, immer nur neue Probleme. Wir werden in Zukunft von unserer schnelllebigen Zeit und unserem Unvermögen, auf Veränderungen im Jetzt reagieren zu können, gefressen werden. – Die Frage ist nur wann?

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2 Antworten

  1. Hmmm…Ob das alles so zutrifft was Du da sagst, weiß ich jetzt ehrlich gesagt nicht.
    Auf der anderen Seite, wäre es eine durchaus plausible Erklärung für einige Dinge…

    Deiner Meinung nach gibt es also niemanden der im Recht ist, sondern vielmehr, dass sich alle in ihrem eigenem Irrtum befinden? Bei einigen gebe ich Dir recht (vor allem bei den Linken), aber nicht bei mir selbst.

    Ich denke schon so wie ich denke, seit dem ich denken kann…Denke ich…Das mit dem gegeneinander ausspielen von Rechten und Linken, kann ich nicht unterschreiben, denn außer diesen beiden Richtungen, gibt es meiner Meinung nach keine anderen, die davon profitieren könnten, um die Macht und die Realisierung ihrer jeweiligen Utopien zu kämpfen.

    Ich selbst bin ein Männlicher, Katholischer, Hetero und somit ein „rechter“ und ich habe keine Feindbilder, bis auf die, die mir meine Welt streitig machen wollen und eigentlich ist es der ganze Rest! Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn die ganze Welt so wäre, wie ich sie mir vorstelle…Langweilig und aufregend zu gleich, man müsste nur darauf achten, das einem die Feindbilder nicht ausgehen und man sie immer wieder bezwingen kann. Es ist nämlich das beste aller Gefühle, in einen Kampf zu gehen um den Gegner zu besiegen. Alle anderen happy feelings kommen erst danach…

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  2. Ich finde auch, jeder soll hinschauen wo er will. Im Grunde gibt es nur eine Wahrnehmung, nämlich die, die ich wahr nehme. Da keiner eine allumfassende Wahrnehmung haben kann, sollte er auch die respektieren die in eine andere Richtung schauen. Letztlich geht es überall um Aufklärung, Fakten und Inspirationen. Ausserdem geht es um uns selbst und somit um Gemeinsamkeit!

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